Die Brutvögel

Nordrhein-Westfalens

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Bartmeise (Panurus biarmicus)

Bestandsentwicklung

Veränderungskarte Bartmeise

Veränderung der Brutverbreitung

Im 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts kam die Bartmeise in weiten Teilen Mitteleuropas praktisch nicht vor. Während des 20. Jahrhunderts wurden einzelne, aber unbeständige Ansiedlungen bekannt (Glutz von Blotzheim & Bauer 1991). In den 1940er und 1950er Jahren wuchs die Bartmeisenpopulation in den Niederlanden stark an, da in den neuen Ijsselmeerpoldern riesige Schilfgebiete entstanden waren. 1965 gab es auf Oost-Flevoland 30.000 ha Schilffläche, die durch Landkultivierung bis 1965 auf 14.000 ha zurückging. Dadurch kam es zu einer Ausbreitungsbewegung von Bartmeisen nach Großbritannien, West- und Mitteleuropa (Hubatsch 1968b). Vor diesem Hintergrund ist auch der erste Brutnachweis in NRW zu sehen, als Bartmeisen im Jahre 1966 am Kleinen De-Witt-See (Kreis Viersen) brüteten. In den Jahren 1967 und 1968 kam es dort zu je zwei Bruten (Hubatsch 1968b). Dort verschwand die Art nach der Brutzeit wieder und wurde bis zu einem erneuten Einflug im Herbst 1971 in Nordrhein nicht mehr gesichtet (Grunden 1975). 1972 brüteten dann mindestens sechs Paare am Bienener Altrhein (Kreis Kleve) und zwei Paare am Bislicher Meer bei Bergerfurth im Kreis Wesel (Grunden 1975). Im nächsten Jahr wurden nur noch zwei Paare am Bienener Altrhein festgestellt (Grunden 1975). Dies waren zugleich die letzten Brutnachweise am Unteren Niederrhein (Mildenberger 1984). Dafür gelang 1974 der erste westfälische Brutnachweis an den Rietberger Fischteichen (Güth 1974).

Dann folgten zwei Jahrzehnte, in denen die Bartmeise nur sporadisch in NRW auftrat (wenige Fälle von Brutverdacht), was wahrscheinlich mit geringeren Populationsdichten und folglich weniger Evasionsbewegungen in den benachbarten Hauptvorkommen in Zusammenhang steht. So sind auch bei Wink (1987) lediglich Brutzeitbeobachtungen angegeben, die z. B. für die Krickenbecker Seen (Kreis Viersen) von Hubatsch (1996) als Durchzügler gewertet wurden. Für die 1990er Jahre wurde für zwei Gebiete im Kreis Wesel Brutverdacht geäußert (Wink et al. 2005). Ab dem Jahr 1995 brüteten Bartmeisen regelmäßig mit 3-5 Paaren in den Rieselfeldern Münster, und in den Jahren 2000 und 2001 ergaben sorgfältige Kartierungen hier sogar 8-11 Reviere. Nicht jedes Jahr konnte seitdem das Brüten der Bartmeise mit Sicherheit nachgewiesen werden (Schielzeth et al. 2002, www.msorni.de). Für den Zeitraum 2005-2009 wird der Bestand in Münster und somit in NRW auf mindestens 1-4 Paare geschätzt (s. a. Feldmann & Klein 2010), im Jahr 2010 waren es in den Rieselfeldern Münster sogar 12 Reviere (Feldmann

& Klein 2011).

Die Bestände der Bartmeise schwanken von Jahr zu Jahr deutlich. Im langjährigen Mittel bleiben die Zahlen europaweit jedoch relativ konstant, da geeignete Gebiete rasch wieder besiedelt werden können.

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