Die Brutvögel

Nordrhein-Westfalens

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Bienenfresser (Merops apiaster)

Bestandsentwicklung

Veränderungskarte Bienenfresser

Veränderung der Brutverbreitung

Aus dem 19. Jahrhundert liegen drei Beobachtungen aus Westfalen und eine aus Nordrhein vor, und auch im 20. Jahrhundert galten Bienenfresser die meiste Zeit als Ausnahmeerscheinung (Peitzmeier 1969, Mildenberger 1984). Der erste Brutnachweis in NRW gelang 1976 in Sankt Augustin (Rhein-Sieg-Kreis), wo 1977 eine weitere Brut in einer anderen Kiesgrube erfolgte (Frieß in Mildenberger 1984). 1978 wurde je eine Brut bei Wachtberg-Villip (Rhein-Sieg-Kreis; Krämer u. a. in Mildenberger 1984) und Halle-Amshausen nachgewiesen (Kreis Gütersloh; Conrads & Quelle 1981). In Mönchengladbach erfolgten 1982 zunächst ein missglückter Brutversuch und dann eine erfolgreiche Brut, wobei es unklar ist, ob es sich um dasselbe Paar handelte (Bettmann 1983, Mildenberger 1984, Burghardt 1989). 1984 kam es zu einem Brutversuch in Beckum (Kreis Warendorf, Husband in NWO 2002), und in den Jahren 1989 und 1990 wurden vier Bruten aus dem Raum Greven (Kreis Steinfurt) bekannt (Bußmann & Rinsche 1990, Möller in NWO 2002). In der Folgezeit war eine Sandgrube bei Bad Salzuflen-Hölsen (Kreis Lippe) von 1996 bis 2004 besetzt. In dieser Zeit fanden sechs bis sieben Bruten statt, bevor im Jahr 2004 die Brutwand wohl durch eine Planierraupe zerstört wurde (Möller in NWO 2002, Sudmann et al. 2008). Wahrscheinlich fand ca. 1998 eine nicht abgesicherte Brut in der Eifel bei Dahlem (Kreis Euskirchen) statt (F.-J. Fuchs über M. Braun). Wink et al. (2005) nennen ein sporadisches Vorkommen im Bereich der TK25 5006. Im Jahr 2001 fand dort im Tagebau Bergheim eine Brut statt, im Jahr 2002 waren es zwei, wobei ein Vorkommen jedoch auf dem Gebiet der TK25 5005 lag (G. Schreier u. a.). Im Kieswerk Horchheim (TK25 5206, Weilerswist, Kreis Euskirchen) fand 2002 eine Brut statt (M. Kuhn).

Im NSG Dünstekoven (Swisttal, Rhein-Sieg-Kreis) brüteten 2002 drei Paare, von 2003 bis 2005 war es ein Paar, wobei die Brut 2005 jedoch abgebrochen wurde (Euskirchen u. a.). Vermutlich zogen die Vögel in eine wenige Kilometer entfernt liegende Kiesgrube bei Rheinbach-Flerzheim um. Hier brüteten 2005 ein Paar, 2006 zwei bis drei und 2007 drei Paare (P. Meyer u. a. in Team Sammelbericht 2007). Im Jahr 2005 brütete außerdem ein Paar bei Erkrath (Kreis Mettmann; May & Blomenkamp 2005). Das aktuell am längsten bestehende Vorkommen befindet sich im Bereich des Braunkohletagebaus Garzweiler, wo der Brutbestand in den Jahren 2003 bis 2010 bei drei, fünf, zwei, acht, neun, drei, zwei bzw. drei Paaren lag (H.-J. Schmaus, M. Kuhn & N. Uhlhaas; Team Sammelbericht 2007, 2008, 2009). Im Jahr 2009 wurden außerdem fütternde Altvögel an fünf Röhren im Kreis Heinsberg beobachtet (M. Gellissen in Team Sammelbericht 2010), und 2010 waren es acht Paare in zwei Abgrabungen (M. Gellissen u. a. in Team Sammelbericht 2011). Damit lag der Brutbestand in den Jahren 2005 bis 2009 bei 3-12 Paaren.

Die Bestandsentwicklung in NRW passt gut zu der Entwicklung in Deutschland, wo es ab 1990 und dann nochmals verstärkt ab 2002 zu deutlichen Bestandszunahmen in den Hauptverbreitungsgebieten Saale-Unstrut-Raum und Kaiserstuhl kam (Todte 2004). Im Jahr 2002 setzte auch die dauerhafte Besiedlung in Rheinland-Pfalz ein (Bastian et al. 2011). Auch für Europa zeichnet sich eine Zunahme seit 1990 ab, die jedoch nicht statistisch abgesichert ist (PECBMS 2011).

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