Die Brutvögel

Nordrhein-Westfalens

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Flussseeschwalbe (Sterna hirundo)

Bestandsentwicklung

Veränderungskarte Flussseeschwalbe

Veränderung der Brutverbreitung

Im Münsterland verschwand die Flussseeschwalbe vermutlich gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Die letzten Brutplätze befanden sich hier in den Venngebieten bei Vreden, Stadtlohn, Rheine und Borken.

Der Niederrhein war dagegen wohl durchgehend besiedelt, wenn die Bestände auch Schwankungen unterworfen waren. Es gab jedoch keine systematischen Kontrollen, so dass nur wenige Einzelnachweise aus dem 19. Jahrhundert und aus den 1930er und 1940er Jahren vorliegen. Kontinuierliche Bestandsdaten gibt es erst seit 1951, als auf der Bislicher Insel bei Xanten (Kreis Wesel) eine neue große Kolonie entstand. Schnickers & Eberhardt (1960) geben an, dass 1953 das Maximum mit 90 BP erreicht wurde und im selben Jahr ca. 200 Jungvögel flügge wurden. Dies wäre ein außergewöhnlich hoher Reproduktionserfolg, so dass der Bestand vermutlich unterschätzt wurde und eher bei 110-140 BP gelegen haben dürfte. 1954 und 1955 kam es zur Eiprädation durch Wanderratten, und die Kolonie löste sich in wenigen Jahren wieder auf. Bis Anfang der 1980er Jahre war der Bestand dann auf etwa 10 BP zusammengeschmolzen (Müller 1996), so dass Mitte der 1980er Jahre Rettungsaktionen zum Erhalt der niederrheinischen Population anliefen (Engländer 1984). An verschiedenen Stellen wurden Nistflöße ausgelegt, die sofort angenommen wurden. Durch diese Maßnahmen hat sich der Bestand außerordentlich positiv entwickelt (Meyer & Sudmann 1993a, 1999). Neben der Ansiedlung des eigenen Nachwuchses kam es in den Jahren 1992, 1999 und 2003 zu sprunghaften Bestandsanstiegen, die auf der Zuwanderung weiterer Individuen — vermutlich aus den Niederlanden (durch einen Ringfund belegt) — beruhen. Hierdurch wurde die Population weiter verstärkt und wuchs auf ein bisheriges Maximum von 165 BP im Jahr 2003 an. Der in den darauf folgenden Jahren einsetzende Rückgang auf 110 BP konnte inzwischen wieder ausgeglichen werden, so dass sich der momentane Brutbestand am Niederrhein bei ±140 BP eingependelt hat (Meyer & Sudmann 2010).

In der Weseraue gab es 2000 den ersten Brutnachweis auf einer ca. 15 m² großen Kiesinsel in einer Abgrabung im VSG Weserstaustufe Schlüsselburg (Ziegler 2000). In den Folgejahren stieg der Bestand zunächst langsam, ab 2008 sprunghaft auf über 20 BP an, die auf Kies- und Sandinseln in Abgrabungen inner- und außerhalb des Vogelschutzgebiets nisten. Damit haben 2010 in NRW etwa 180 Paare gebrütet.

In Deutschland gehen die Bestände seit Mitte der 1990er Jahre stark zurück, wobei es gegenläufige Trends von Abnahmen an der Küste und Zunahmen im Binnenland gibt (Sudmann 2004b). In den Niederlanden haben die Bestände dagegen im Zeitraum 1990-2010 um etwa 90 % zugenommen (SOVON 2012).

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