Die Brutvögel

Nordrhein-Westfalens

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Mandarinente (Aix galericulata)

Bestandsentwicklung

Veränderungskarte Mandarinente

Veränderung der Brutverbreitung

Der erste Brutnachweis stammt aus dem Jahr 1960 mit einem Paar am Poppelsdorfer Weiher in Bonn, und im Folgejahr gab es dort einen Brutversuch (Niethammer 1963). Peitzmeier (1969) erwähnt die Art nicht, und Gries et al. (1979) weisen darauf hin, dass „Beobachtungsdaten fremdländischer Vögel, die offensichtlich aus Gefangenschaft entwichen sind, wie … Mandarinente …“ nicht aufgenommen wurden. Für Nordrhein wird die Art von Mildenberger (1982) als„wiederholt frei fliegend beobachtet“ genannt, ohne einzelne Nachweise aufzuführen. Diese Nachweise werden als „vermutlich … aus der Gefangenschaft entflogen“ eingestuft.

Der nächste publizierte Brutnachweis stammt erst aus dem Jahr 1978 mit einem Paar im Rombergpark in Dortmund (Kretzschmar & Neugebauer 1980). 1982 brüteten zwei Paare im Kreis Soest (ABU 1989). In der Folgezeit kam es zu vermehrten Bruten im östlichen Ruhrgebiet. Auch in Nordrhein etablierte sich die Art seit 1985 nachhaltig (Wink et al. 2005). So erfolgte z. B. 1988 eine Brut in einem Hohltaubennistkasten, aus der fünf Jungvögel in einem Bruchwald bei Alsdorf groß wurden (Moll in Engländer et al. 1989). Für 2001 wurde der landesweite Bestand auf ca. 60 BP geschätzt (Kretzschmar in Witt 2003), wie auch für das Jahr 2005 (Sudmann et al. 2008). Im Zeitraum 2005-2009 waren es 70-90 BP, so dass der Bestand weiterhin anwächst.

Die bisher größten in NRW festgestellten Ansammlungen waren 53 Individuen am 6.11.1994 im Rombergpark in Dortmund (Kretzschmar 1995) und 50 am 24.9.1997 an den Diergardtschen Fischteichen im Kreis Viersen (R. Wende in Kretzschmar et al. 1999).

Mandarinenten wurden und werden auch heute noch häufig als Ziervögel in Zoos, Parks und privaten Wasservogelhaltungen, manchmal auch frei fliegend, gehalten. In Gefangenschaft erbrütete Jungvögel werden auch heutzutage noch in die Natur „entlassen“ und können sich dann in die Brutbestände integrieren. Der deutsche Bestand liegt bei 430-600 BP (ADEBAR, in Vorb.), so dass NRW einen Anteil von 15 % hat. In Flandern sind es 80-95 BP, wobei hier der erste Brutnachweis 1987 gelang (Anselin et al. 2010). Bereits 1985 brütete die Mandarinente in der Wallonie, und dort stieg der Bestand auf 53-71 Paare in den Jahren 2001-2007 an (Jacob in Jacob et al. 2010). In den Niederlanden lag der Brutbestand nach der Erstbrut 1964 (Bijlsma et al. 2001) im Zeitraum 1998-2000 bereits bei 200-260 BP (SOVON 2012). Diese Beispiele zeigen, dass die mitteleuropäische Population beständig anwächst.

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