Die Brutvögel

Nordrhein-Westfalens

logo NWO NWO
Nordrhein-
Westfälische
Ornithologengesellschaft
logo LANUV
-->
A+
A
A-

Ziegenmelker (Caprimulgus europaeus)

Bestandsentwicklung

Veränderungskarte Ziegenmelker

Veränderung der Brutverbreitung

Ziegenmelker waren in beiden Landesteilen bis Mitte des 20. Jahrhunderts weit verbreitet (Peitzmeier 1969, Gries et al. 1979, Mildenberger 1984, Seifert 1989, Seifert in NWO 2002). Vergleicht man die aktuelle Verbreitung mit Kartierungen Anfang bis Mitte des 20. Jahrhunderts, so sind erhebliche Arealverluste zu verzeichnen. Vor allem die Mittelgebirgsvorkommen sind nahezu erloschen (z. B. Kowalski 1982a, König 1991). Dies geschah durch Lebensraumverluste und Habitatveränderungen (Zuwachsen der Offenlandbereiche), insbesondere seit den 1960/70er Jahren, wodurch großflächige Brutareale, u. a. im Sauer- und Siegerland, Bergischen Land, Teutoburger Wald, Tecklenburger Land und Kottenforst aufgegeben wurden (Seifert in NWO 2002, Wink et al. 2005). Aber auch im Tiefland gingen die Bestände drastisch zurück, wie z. B. in einem 15 km² großen Untersuchungsgebiet im Grenzwald im Kreis Viersen, wo der Bestand von 22 BP 1950 auf nur noch zwei 1975 fiel (Hubatsch 1976b). 1979 und 1980 wurden auf dieser Fläche vier bzw. zwei Paare erfasst (Klein 1981b).

Bei der ersten landesweiten Erfassung in den Jahren 1995 bis 1998 wurde ein Bestand von 190-200 Rev. ermittelt (Jöbges & Conrad 1999). Im Zeitraum 2005 bis 2010 schwankte der Bestand zwischen 250 und 300 Revieren. Damit ist wieder eine leichte Zunahme zu verzeichnen, wobei jedoch keine Arealausweitung, sondern nur eine Erhöhung der Siedlungsdichte in den Dichtezentren stattgefunden hat. Regelmäßige mittlere und größere Vorkommen im 21. Jahrhundert beherbergen nur noch die Drover Heide mit 30-33 Rev. 2010 (L. Dalbeck, Biologische Station Düren briefl.), die Wahner Heide mit 7 Rev. 2008 (Hauth & Skibbe 2010), die Schwalm-Nette-Platte mit Grenzwald und Meinweg mit etwa 42-62 Rev. (z. B. Kolshorn & Klein 1999, Pleines & Reichmann 2005), der Flughafen Elmpt mit 6-8 Rev. (LANUV-Vogelschutzwarte unpubl.), das Depot Arsbeck (Kreis Heinsberg) mit 7 Rev. (M. Gellissen briefl.), Amtsvenn und Hündfelder Moor mit 6-10 Rev. (Biologische Station Zwillbrock briefl.), der TÜP Borkenberg mit 26 Rev. (Olthoff 2009), der TÜP Geisheide mit 20-22 Rev. (LANUV-Vogelschutzwarte unveröff.) sowie der TÜP Senne mit 100-120 Rev. (G. Lakmann, Biologische Station Paderborn/Senne briefl.).

Seit Mitte des 20. Jahrhunderts nimmt der Brutbestand in Mitteleuropa ab (Tucker & Heath 1994, Hoblyn & Morris 1997). Die Bestandsentwicklung in Deutschland wird seit Mitte der 1980er Jahre als stabil eingeschätzt, wobei viele Hauptvorkommen auf TÜP erst in den letzten Jahren konkret erfasst werden konnten (ADEBAR, in Vorb.). In den Niederlanden hat sich der Bestand von 1990 bis 2010 infolge von Habitatverbesserungen und weiteren Schutzmaßnahmen verdreifacht (SOVON 2012).

Inhalt

Artenverzeichnis

Bitte geben Sie hier Buchstaben ein, um die Artenliste einzublenden.

Der Brutvogelatlas wurde unterstützt von

Artpate werden

Unterstützen Sie die Arbeit der NWO durch die Übernahme einer Patenschaft

Artpaten