Die Brutvögel

Nordrhein-Westfalens

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Flussseeschwalbe (Sterna hirundo)

Gefährdung / Schutz

Flussseeschwalben benötigen für eine erfolgreiche Brut Kleinfische und Nistplätze. Mit der Verbesserung der Wasserqualität in den Flüssen seit den 1970er Jahren und dem guten Fischbesatz in Abgrabungsgewässern stellt die Nahrungsversorgung kein großes Problem dar. Schwieriger sieht es dagegen mit den Brutplätzen aus (Becker & Sudmann 1998, Sudmann et al. 2003). Erfolgreiche Bruten gelingen in NRW derzeit fast ausschließlich auf ungestörten Inseln und Nistflößen auf Abgrabungsgewässern. Lediglich Einzelbruten sind am Ufer von Rhein oder Kiesgruben in seltenen Fällen erfolgreich. Damit kommt der Wartung von Nistflößen und dem Freihalten von Inseln eine sehr hohe Bedeutung zu (Meyer & Sudmann 1999b, 2000).

Ein Problem für die auf Flößen brütenden Seeschwalben stellt die Konkurrenz durch Möwen dar. Während sich Sturmmöwen in kleinen Anzahlen als unproblematisch erweisen (Sudmann & Meyer 1996), wurden in zunehmendem Maße Nistflöße von Mittelmeermöwen okkupiert und fielen damit als Brutplatz für die Flussseeschwalben aus. Eine Prädation von Eiern und Küken ist auf den Brutflößen sehr gering und tritt nur ausnahmsweise durch Waldohreulen auf. In diesem Fall erweisen sich die Flöße als Falle, da die Küken auf engem Raum kaum Versteckmöglichkeiten haben (Sudmann et al. 1994). Konkurrenz und Prädation können Flussseeschwalben nur durch Verlagerung ihrer Kolonien begegnen. Deshalb ist es notwendig, dass immer mehr Nistflöße und Inseln zur Verfügung stehen, als in einer Brutzeit benötigt werden.

Als Spitzenprädator ist die Flussseeschwalbe durch die Akkumulation von Schad- und Giftstoffen gefährdet. Um die Belastung zu prüfen, wurden in den 1990er Jahren Schadstoffanalysen an Eiern durchgeführt (Sudmann & Becker 2003, 2004). Diese wiesen bis einschließlich 1996 extrem hohe PCB-Werte auf. Dies galt insbesondere für sieben Eier, aus denen keine Küken geschlüpft waren und die hochsignifikant höher belastet waren als 41 Eier einer Zufallsstichprobe. Im Zeitraum 1997-2001 waren Resteier dagegen nicht höher belastet. Dies legt den Schluss nahe, dass sich die bis 1996 vorherrschenden hohen PCB-Belastungen teilweise tödlich auf die Embryonen auswirkten und den Schlupferfolg verringerten (Sudmann & Becker 2003, 2004).

Lokal kann es auch zu Todesfällen durch Angelschnüre kommen, in denen sich die Vögel verfangen und dann zu Tode kommen (Sudmann 2011). Hier sollte von den Anglern in Zukunft besser darauf geachtet werden, dass dieser auch für andere Vogelarten gefährliche Müll nicht in der Landschaft verbleibt.

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