Die Brutvögel

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Lachmöwe (Larus ridibundus)

Gefährdung / Schutz

Obwohl sich der Bestand seit dem Maximum in den 1980er Jahren auf ein Drittel verringert hat, gilt die Lachmöwe als ungefährdet (Sudmann et al. 2008). Dies hängt damit zusammen, dass die Bestände um 1900 sehr gering waren und der Langzeittrend damit weiterhin positiv ist. Das maßgebliche Kriteriensystem sieht für solche Fälle eine Gefährdungseinstufung erst beim Erreichen von kleinen Brutbeständen vor (Sudmann et al. 2008). Gleichwohl sind die gravierenden Bestandsabnahmen besorgniserregend.

Die Verteilung der Kolonien war seit jeher stark veränderlich. In ihrem ursprünglichen Lebensraum waren regelmäßig Standortverlagerungen durch die ständige Vernichtung bzw. Neuschaffung (Hochwasser) und damit einhergehende Lageveränderung der Brutinseln erforderlich. Zudem führte Sukzession zur Aufgabe von Standorten, so dass es immer wieder punktuelle Bestandseinbrüche gab. Alle heutigen Brutplätze sind weitgehend vor derartigen Veränderungen geschützt, welche somit als Rückgangsursache nicht in Frage kommen. Die größeren Kolonien befinden sich fast alle in NSG und sind damit auch vor menschlichen Störungen weitgehend sicher. Niedrige Wasserstände zur Brutzeit können zur Brutbzw. Standortaufgabe führen. Lokal kann auch Prädation eine Rolle spielen: In den Jahren 2010 und 2012 führten regelmäßige Besuche durch mindestens einen Fuchs zu einem fast vollständigen Brutausfall im NSG Zwillbrocker Venn. Die Kolonie südlich des Flughafens Weeze (Kreis Kleve) löste sich nach der Ansiedlung eines Uhubrutpaars auf (Sudmann briefl.).

Um dauerhafte Ansiedlung gewährleisten zu können, reicht es indes nicht, lediglich die Koloniestandorte zu sichern. Vielmehr hat sich gezeigt, dass es für Lachmöwen inzwischen deutlich schwieriger geworden ist, die Küken großzuziehen. Durch die Intensivierung der Landwirtschaft hat sich die Nahrungsgrundlage verschlechtert (Bellebaum 2002). Völlig unverständlich ist ferner, dass die Art immer noch bejagt wird, denn es handelt sich, wie Ringfunde zeigen (eigene Daten), um einen ausgesprochenen Zugvogel. In der Saison 2009/10 betrug die Jagdstrecke 2.074 Individuen (ohne Fallwild; Petrak & Eylert 2011).

Boschert & Münch (2010) berichten über Verluste von Lachmöwen durch Angelschnüre in einer Kolonie am Oberrhein, so dass die Ausübung des Angelsports in der Nähe von Möwenkolonien besondere Sorgfalt erfordert, um solche Todesfälle zu vermeiden.

Die Sicherung von Lachmöwenkolonien ist auch für andere Arten wichtig, da z. B. Schwarzkopfmöwen in NRW ausschließlich in solchen Kolonien brüten.

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