Die Brutvögel

Nordrhein-Westfalens

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Steinkauz (Athene noctua)

Gefährdung / Schutz

Neben den natürlichen Verlusten in Härtewintern und durch Prädation (z. B. Steinmarder, Waldkauz) liegen die Hauptursachen für Gefährdung und Rückgang von Teilpopulationen im Habitatverlust (u. a. Glutz von Blotzheim & Bauer 1980, Illner 1988). Beispielsweise sind Streuobstbestände, Kopfbäume und Weidegrünland seit den 1960er Jahren deutlich zurückgegangen. Der Umbruch von Dauergrünland in Ackerland, die Aufgabe der Beweidung, insbesondere in Streuobstbeständen, der Verlust von Nistplätzen in alten Obst- und Kopfbäumen, die Modernisierung landwirtschaftlich genutzter Gebäude, die Aufgabe der traditionellen Obst- und Kopfbaumpflege, die Nutzungsaufgabe landwirtschaftlicher Betriebe, die Ausweisung von Bau-, Industrie- und Gewerbegebiete in Ortsrandlagen, der Bau von Umgehungsstraßen (Zerschneidung des Lebensraums) und somit die Zunahme von Individuenverlusten durch Kollision an Straßen und Schienenwegen führen zur Bestandsabnahme (Jöbges & Franke 2006).

Um ein langfristiges Überleben des Steinkauzes zu gewährleisten, sind Maßnahmen zum Erhalt einer reich strukturierten Kulturlandschaft unbedingt erforderlich. Wünschenswert ist die Erstellung eines landesweiten Artenschutzprogramms, wie es die Niederländer bereits vorgelegt haben (Bloem et al 2001). Lediglich für den Kreis Kleve wurde bislang ein großräumiges Schutzkonzept vom Naturschutzzentrum im Kreis Kleve e.V. (2004) erarbeitet. Daneben existieren noch Konzepte für lokale Vorkommen (z. B. Mönig 2006). Wichtig ist, dass dem Steinkauz beweidete Flächen zur Verfügung stehen, wobei Nistbäume vor dem Verbiss durch Pferde geschützt werden müssen. Die Nistbäume sind zudem zu pflegen (Obstbäume jährlich, Kopfbäume alle acht bis zehn Jahre). Durch Neuanpflanzungen ist ein ausreichendes Angebot an nachwachsenden Bäumen zu erreichen, um Ausfälle alter Bäume ausgleichen zu können. Übergangsweise können auch Nistkästen eine Ersatzfunktion haben. Diese Maßnahmen sollten in Kooperationen mit den Landwirten erfolgen.

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