Die Brutvögel

Nordrhein-Westfalens

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Amsel (Turdus merula)

Lebensraum

Das Primärhabitat der Amsel sind zwar Laubwälder, doch mittlerweile werden alle ausreichend Nahrung bietenden Lebensräume besiedelt. Ihre bevorzugte Nahrung besteht zu einem hohen Anteil aus Regenwürmern, die in ausreichender Dichte vor allem in Wäldern mit nährstoffreichen, feuchten oder basenreichen Waldböden auftreten. Kiefernbestände auf trockenen Sandböden, wie in der Senne, weisen eine geringe Regenwurmdichte auf und sind daher nur gering besiedelt. Die Hauptnahrung ist in Wäldern vor allem dann gut erreichbar, wenn eine Krautschicht fehlt bzw. diese lückig oder niedrigwüchsig ist. Auch eine reine Falllaubschicht, wie sie beispielsweise häufig in Buchenwäldern vorkommt, ist ausgesprochen günstig. Ungeeignet dagegen sind Wälder mit hochwüchsiger bzw. vergraster oder verfilzter Krautschicht, die eine erfolgreiche Nahrungssuche kaum möglich machen.

Von den landwirtschaftlichen Flächen wird vor allem Feuchtund Dauergrünland zur Nahrungssuche aufgesucht. Wenn wegen höherer Temperaturen in der zweiten Hälfte der Brutperiode Regenwürmer in tiefere Bodenschichten abwandern und als Nahrungstiere kaum zur Verfügung stehen, werden gerne Raps-, Maisund Rübenäcker aufgesucht. Alle landwirtschaftlichen Freiflächen werden jedoch grundsätzlich nur dann als Nahrungshabitat genutzt, wenn Wälder, Feldgehölze, Hecken oder zumindest einzelne Bäume oder Sträucher als Fluchtrequisiten und Nisthabitate vorhanden sind. Völlig gehölzarme Bereiche, z. B. in Teilbereichen der Bördelandschaften, sind dadurch kleinflächig amselfrei.

Da Amseln wenig wählerisch bei der Nistplatzwahl sind und ihr Nest in Nadelhölzern, Laubbäumen, Sträuchern, Gebäuden und auf dem Erdboden bauen können, werden alle Wälder und Gehölze in NRW besiedelt. Aufgrund des frühen Brutbeginns bevorzugen Amseln zumindest für die Erstbrut immergrüne Gehölze. Großflächig sind jedoch Nadelholzforste (z. B. Fichten) im Dickungsund Stangenholzalter nicht dichter besiedelt als naturnahe Laubwälder. Bestimmender Faktor ist sicherlich eher die Verfügbarkeit von Hauptnahrungstieren während der Brutzeit.

Das einerseits sehr enge, kleinflächig wechselnde Mosaik von Gehölzen mit hohem Nadelholzund immergrünem, dichtwachsendem Strauchanteil als Nist-, Ruheund Fluchtraumhabitat sowie andererseits die dauerhaft kurzwüchsigen, häufig in Trockenperioden bewässerten Rasenflächen in Gärten und Parks machen viele Ortschaften zu optimalen Amsel-Lebensräumen. In Gartenstädten werden von

„Stadtamseln“ Spitzenwerte von weit über 100 BP/km² erreicht. Kleinflächig können z. B. auf Friedhöfen noch weit höhere Siedlungsdichten erreicht werden (z. B. Mildenberger 1984, Flade 1994).

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