Die Brutvögel

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Feldlerche (Alauda arvensis)

Lebensraum

Die Reviergröße eines Feldlerchenpaares kann zwischen 0,5 und 20 ha schwanken und ist abhängig von der Habitatqualität (Pätzold 1983). Bei optimalen Habitatbedingungen kann die Feldlerche auch heute noch großflächig bemerkenswert hohe Dichten erreichen. Folgende Maximalwerte wurden ermittelt (ÖFS, unpubl.): 80,8 BP/km² bei Störmede im Kreis Soest (2008), 69,5 BP/km² bei Medebach im Hochsauerlandkreis (2010) und 63,5 BP/km² bei Weilerswist im Kreis Euskirchen (2009).

Bestens geeignet erscheinen hiernach überwiegend flachgründige Magerweiden, die von Schafen in Hütehaltung beweidet werden. Optimale Habitattypen sind darüber hinaus Ackersukzessionsbrachen auf flachgründigen Böden sowie kleinparzellierte, eher extensiv genutzte Agrarflächen. Hohe Dichten finden sich auf Böden mit hoch anstehendem Kalkgestein, wo beim Bearbeiten immer wieder Gestein an die Oberfläche gerät („Scherbenacker“). Auch die Kombination von Ackerextensivierungsmaßnahmen und kleinparzellierten, mageren Feuchtgrünländern auf Sandböden wirkt sich positiv auf die Bestandssituation aus.

Von 630 Rev. auf den 170 ÖFS-Flächen befanden sich 72,9 % auf Ackerflächen und nur 14,6 % auf Dauergrünland. Hervorzuheben ist angesichts der kleinen Gesamtfläche auch der 5,6 %ige Anteil von Sukzessionsackerbrachen („Schwarzbrachen“), selbstbegrünten Ackerbrachen oder Stilllegungsflächen ohne Einsaat und Nutzung. Einsaatbrachen aus dicht- und hochwüchsigen Kulturpflanzen, wie z. B. Bienenweide (Phacelia), Senf, Sonnenblumen, Kleegras u. a., werden dagegen eher gemieden. Die Meidung gilt auch für das heute meist intensiv genutzte Grünland. Futtergrasflächen nehmen entsprechend ihrer Nutzungsstruktur eine Mittelstellung zwischen Acker und Dauergrünland ein (König & Santora 2011). Auch der immer noch fortschreitende Verlust des extensiven Grünlandes durch Umbruch und Intensivierung verringert den Lebensraum und die Populationsgröße der Feldlerche.

Eine für einzelne Biotop- und Nutzungstypen differenzierte Betrachtung der ÖFS-Daten hinsichtlich des Bevorzugungsgrades ergibt eine Spitzenposition für selbst begrünte Ackerbrachen, d. h. langjährige Grasland-, Ackersukzessionsbrachen und junge Sukzessionsackerbrachen mit Segetalvegetation. Bei den Getreidearten werden Hafer und Sommergerste eher von Feldlerchen besiedelt als z. B. Roggen, der häufig als Wintergetreide angebaut wird. Raps findet sich eher im „neutralen“ Bereich. Mais wird dagegen von Feldlerchen ebenso selten besiedelt wie Spargel, der sich zu Beginn der Brutzeit unter Folie befindet.

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