Die Brutvögel

Nordrhein-Westfalens

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Feldsperling (Passer montanus)

Lebensraum

Der Feldsperling ist ein Charaktervogel der traditionellen, bäuerlichen Kulturlandschaft. Er ist sehr stark an Offenlandschaften mit landwirtschaftlicher Nutzung gebunden, während Heiden und Moore wohl wegen ungünstiger Nahrungsverfügbarkeit nicht besiedelt werden. Ähnlich wie beim Haussperling besteht die Nahrung außerhalb der Nestlingszeit aus Getreideund Grassamen. Auf Einzelhöfen und an Dorfrändern können beide Sperlingsarten eng nebeneinander vorkommen. Ergiebige Futterplätze werden auch gemeinsam und gleichzeitig genutzt, wobei eine Dominanz des körperlich überlegenen Haussperlings besteht (eig. Beob.). Selbst auf Einzelhöfen sind jedoch die Nistplätze bereits räumlich getrennt. Während der Haussperling Brutplätze an Gebäuden deutlich bevorzugt, dominieren beim Feldsperling Neststandorte in hofund dorfnahen Bäumen, Obstbäumen und Gehölzbzw. Waldrändern, auch wenn stellenweise Gebäudenischen genutzt werden. Mitunter werden auch Schwalbennester oder Greifvogelhorste besiedelt, und selten kommt es auch zu Freibruten in dichten Weißdornhecken oder Gartenkoniferen (Mildenberger 1984).

Bereitgestellte Nistkästen mit Fluglochgrößen von 27 mm Durchmesser, die größere Nestkonkurrenten wie Kohlmeise und Haussperling fernhalten, sind äußerst beliebt. Diese können selbst in Randbereichen von Wäldern zu Agrarlandschaften zu größeren Ansiedlungen führen. Nahrungsflüge von nahezu einem Kilometer Entfernung sind nachgewiesen; die Aktionsräume schwanken von 3,7 bis 28,7 ha (Tappe

& Nottmeyer-Linden 2005).

Der Feldsperling ist als einziger Höhlenbrüter in der Lage, nahezu gehölzfreie Agrarlandschaftsbereiche (z. B. in den Börden) zu besiedeln. Er nistet dann in einigen Landesteilen regelmäßig in Querrohren von Mittelspannungsleitungen. Diese und andere Brutplätze finden sich in solchen Fällen fernab von Siedlungen oder bewohnten Gebäuden.

Lokal können hohe Siedlungsdichten erreicht werden. Auf den ÖFS-Flächen wurden maximal 59 BP/km² angetroffen. Dabei handelt es sich um ein Gebiet im Kreis Kleve mit elf Bauernhöfen und ackerbaulich dominierter Agrarlandschaft (1999). Bei Bad Driburg (Kreis Höxter) waren es 50 BP/km² in einem Gebiet mit fünf Bauernhöfen am Dorfrand in einer mit Gehölzen und Streuobstwiesen reich gegliederten, durch Grünland geprägten Agrarlandschaft (2005).

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