Die Brutvögel

Nordrhein-Westfalens

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Kleiber (Sitta europaea)

Lebensraum

Schon allein die Art der Fortbewegung, die es ihm erlaubt, als einziger heimischer Brutvogel auch kopfüber Baumstämme herabzulaufen, kennzeichnen den Kleiber als eine Art, die eng an das Leben an Baumstämmen und großastigen Baumkronen angepasst ist. Dort sucht er vornehmlich als Rindenabsucher seine Nahrung und vermag es mit seinem relativ kräftigen Schnabel, ähnlich den Spechten in gewissem Umfang Baumsamen und Ähnliches zu öffnen. Daher werden Kleiber auch als Spechtmeisen bezeichnet. Im Winter spielen Bucheckern dabei eine hervorgehobene Rolle.

Die standorttreue Vogelart ist sowohl in der Brutzeit als auch im Winter sehr auf ältere Laubbäume angewiesen. Naturnahe ältere Eichen- und Buchenwälder sowie entsprechende Mischbestände sind daher der bevorzugter Lebensraum des Kleibers. Es werden auch Parks, Friedhöfe, größere Gärten sowie Baumreihen, Alleen und Baumhecken besiedelt, sofern sie einen ausreichenden Anteil von älteren Laubbäumen aufweisen. Dabei sind Bäume mit grobborkiger Rinde und großvolumiger Krone bzw. Starkästen, wie sie in besonderem Maße Stiel- und Traubeneiche ausbilden können, besonders beliebt.

Bei hohem Anteil von alten Eichen und Buchen kommt der Kleiber mit einer Reviergröße von 1-2 ha zurecht und kann dann beachtliche Siedlungsdichten erreichen (nach Daten der ÖFS). Spitzenwerte der Besiedlung werden in NRW in sogenannten Referenzflächen der ÖFS erreicht. Diese jeweils 1 km² großen Waldgebiete bestehen ganz oder nahezu ausschließlich aus Laubwäldern, wobei ältere, naturnahe Bestände überwiegen. Zumindest Teilbereiche dieser Wald-Untersuchungsgebiete sind seit mehreren Jahrzehnten ohne forstliche Nutzung, werden somit im Alter von der Forstwirtschaft nicht aufgelichtet und enthalten im Gegensatz zu normalen Wirtschaftswäldern zudem bereits überdurchschnittlich starke Totbäume. Derartige naturnahe Wälder bieten dem Kleiber offensichtlich ein optimales Nahrungs- und ausreichendes Höhlenangebot, wo er Siedlungsdichten von mehr als 40 Rev./km² erreicht. Da die Siedlungsdichte des Kleibers mit der Naturnähe der besiedelten Laubwälder steigt, gilt er als klassischer Naturwaldindikator.

Der Kleiber ist in der Auswahl von Bruthöhlen recht flexibel, da er Spechthöhlen, Naturhöhlen, Nistkästen und Mauerlöcher nutzen kann (Mildenberger 1984). Dabei kann er auf Großhöhlen bis zur Größe von Schwarzspechthöhlen zurückgreifen, deren Eingänge er auf eine passende Größe mit feuchtem Lehm „zumauert“. Daher stammt auch sein Name, der sich von „Kleber“ ableitet und auf das Verhalten — Zukleben der Höhlenöffnung — Bezug nimmt. Bei der Höhenverteilung der Bruthöhlen zeigt sich keine starke Eingrenzung, da hier das Angebot entscheidet. Deshalb lassen sich die Höhlen in allen Höhen bis zu 12 m und vereinzelt darüber hinaus finden (Mildenberger 1984).

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