Die Brutvögel

Nordrhein-Westfalens

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Star (Sturnus vulgaris)

Lebensraum

Der Star ist wohl eigentlich ein Charaktervogel von mit Huftieren beweideten, halboffenen Landschaften sowie feuchten Grasländern. Ein enges Nebeneinander von höhlenreichen Altbäumen und kurz gefressenem Grünland in Auen dürfte seinen Lebensansprüchen optimal genügen. Auch heute suchen Stare in der bäuerlichen Kulturlandschaft ihr Futter bevorzugt auf Weiden von Rindern, Pferden und Schafen. Neben der aus Regenwürmern und Larven der Wiesenschnake bestehenden Hauptnahrung werden durch das weidende Vieh aufgescheuchte Großinsekten erbeutet. Mit Stallmist gedüngte Dauerweiden weisen mitunter höhere Dichten an Nahrungstieren auf. Die Münsterländische Parklandschaft ist mit einem Mosaik aus Eichenwäldchen und Viehweiden eine Ideallandschaft für den Star.

Hochwüchsige Mähweiden stehen während der Hauptnestlingszeit der Erstbrut — je nach Höhenlage zwischen dem 15. April und 15. Mai nicht als Nahrungshabitat zur Verfügung. Ungünstig sind auch Mehrschnitt-Futtergrasflächen. Entscheidend für die Bedeutung des Dauergrünlandes als Nahrungshabitat scheint die Bodenfeuchte zu sein. Ist sie ausreichend gegeben, befinden sich die Nahrungstiere in erreichbaren oberen Bodenschichten bzw. direkt an der Bodenoberfläche und können mit den stochernden, zirkelnden Schnabelbewegungen des Stars erbeutet werden. Daher kann es zu erheblichen Engpässen bei der Versorgung der Nestlinge in trocken-heißen Frühlingsund Frühsommerwochen kommen — wie es zuletzt 2010 zu beobachten war. Regenwürmer sind dann im mesophilen Grünland für den Star nicht mehr erreichbar.

Bei der Bruthöhlenwahl zeigt sich der Star recht flexibel. Eigentlich nistet er in natürlichen Baumund Spechthöhlen. Als Kulturfolger können Stare an menschlichen Bauwerken alle erdenklichen Höhlen, Nischen und Spalten besiedeln und nehmen auch häufig bereitgestellte Nistkästen an. Wichtig ist das möglichst nahe Beieinander von geeigneten Bruthöhlen und Nahrungshabitaten. Da der Star kein Brutrevier, sondern lediglich ein kleines Nestterritorium von ca. 0,5 m Radius um die Bruthöhle verteidigt, sind Koloniebildungen typisch.

In den 1980er Jahren waren im nördlichen Sauerland Brutplätze im Inneren von größeren Wäldern bekannt, wo zwischen Bruthöhle und nächstem Nahrungshabitat eine direkte Mindestflugstrecke von 1,7 km lag, die bei jeder Fütterung bewältigt werden musste (eig. Beob.). Heute sind diese Brutplätze verwaist, und der Star besiedelt nahezu nur noch die Waldrandbereiche, obwohl die potenziellen Bruthöhlen im Waldesinneren nach wie vor vorhanden sind.

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